Die weiteren Aussichten klingen wie eine WG-Feier: Im Wohnzimmer tanzt man zu 2000er-Indierock, in der Küche fließen bei Gesprächen Tränen, jemand erzählt Witze – am Ende geht man mit neuen Freundschaften und einer Prise Melancholie nach Hause.
Wer schon einmal auf einer WG-Feier war, der weiß wie Die weiteren Aussichten klingen: Im Wohnzimmer wird zum Indierock der 2000er getanzt, in der Küche fließen bei tiefgründigen Gesprächen Tränen, irgendjemand erzählt Witze und am Ende geht man mit neuen Freundschaften und einer Prise Melancholie nach Hause.
2023 entstanden aus einem kreativen Ausgleich nach einer Jobkündigung, war Musik für das Projekt jahrelang nur Therapie gewesen, etwas Privates. Die erste öffentliche Performance war eine Offene Bühne auf einem Festival: sieben Stunden Hotelzimmer-Probe, beim ersten Akkord verspielt. Trotzdem weitergemacht. Oder gerade deswegen.
2024 erschien die selbstproduzierte EP Heiter bis wolkig mit der Single Die Makrele, die nicht ganz zufrieden war, mittlerweile 45.000 Mal auf Spotify gestreamt. Wer die Songs hört, könnte sie für ein ruhiges Singer-Songwriter-Projekt halten. Live zeigt sich Die weiteren Aussichten energischer und mitreißender, mit verzerrten Gitarren, die den Sound auf eine neue Ebene heben.
Die Texte sind so direkt und ehrlich, dass man sich manchmal wünscht, sie würden ein bisschen mehr lügen. Isolation, Verlust und die Absurdität des Lebens treffen auf Alltagsbeobachtungen, die unter die Haut gehen. 2024 wurde das Projekt mit dem Preis für Best Lyrics beim local heroes Bundesfinale ausgezeichnet und in den renommierten Popkurs Hamburg sowie das Spitzenförderprogramm pop rlp Masterclass aufgenommen.
Live spielten Die weiteren Aussichten Festivals wie das Open Ohr Mainz und das Schon Schön. 2025 zog man sich dann ins Studio zurück. Support Shows bei Bands wie Nichtseattle und Endless Wellness waren im Frühjahr die einzigen Auftritte des Projekts.
Musikalisch bewegt sich Die weiteren Aussichten zwischen deutschen Indie-Größen wie Kettcar und Thees Uhlmann und internationalen Geheimtipps wie Frightened Rabbit oder We Were Promised Jetpacks. Als würde deutscher Sprechgesang auf schottischen Post-Punk treffen: melancholisch, aber nie schwermütig, ehrlich, aber nie selbstmitleidig.